IT-Governance
IT-Governance ist insbesondere seit den grundlegenden Veröffentlichungen von Peter Weill und Jeanne Ross ab 2002 stärker in das Bewusstsein vieler Führungskräfte gerückt, da jetzt sowohl auf der Basis neuer Konzepte als auch empirischer Ergebnisse fundiert über die unternehmensindividuelle Gestaltung der Zusammenarbeit von Business und IT in zentralen und dezentralen Einheiten diskutiert werden kann. Die Zuordnung von IT-relevanten Entscheidungsrechten und damit von Machtpositionen im Unternehmen kann nun grundsätzlich und “sachbezogen” gestaltet werden. Politische Machtkämpfe müssen nicht länger verdeckt und unausgesprochen bei jeder Einzelentscheidung mitschwingen. Jeder IT-Praktiker könnte dies aus leidvoller Erfahrung bestätigen (wenn hierüber offen diskutiert würde). Manager auf der Business-Seite nehmen solche oft technologisch verbrämten Machtkämpfe häufig gar nicht wahr oder können sie nicht als das einordnen, was sie wirklich sind: Strategie- und Governancedefizite. Die Verantwortung hierfür trägt per definitionem die Unternehmensleitung.
Dieses Potential moderner IT-Governance wird leider in der Praxis noch viel zu wenig erkannt und genutzt. Zum einen liegt es sicherlich daran, dass diese Konzepte noch relativ neu sind. Zum anderen scheint die nur auf Englisch verfügbare Originalliteratur vielen nicht bekannt zu sein. Wollte sich jemand auf die in Deutsch verfügbare Sekundärliteratur verlassen, ist er es dann häufig auch.
Rückgriffe auf den allgemeineren Governance-Begriff führen vom Kernthema weg. Der u. a. im Zusammenhang mit großen Bilanzskandalen diskutierte Sammelbegriff Governance, Risk und Compliance (GRC) erweckt Assoziationen zu regulatorischen Maßnahmen, Risikomanagement und juristisch geprägten Compliance-Betrachtungen. Auch ein Vergleich mit dem Begriff der Corporate Governance führt nicht an die eigentlichen Zielsetzung von IT-Governance heran. So hat z. B. der deutsche Corporate Governance Kodex keine einzige Überschneidung mit dem Inhalt von IT-Governance - bis eben auf das Wort Governance selbst.
Abseits der akademischen Begriffswelt verwendet das in den USA ansässige sog. IT Governance Institute der ISACA, eines Berufsverbands für IT-Auditoren in interner Revision und externen Wirtschaftsprüfungs- oder Beratungsgesellschaften, eine eigene, sehr extensive Auslegung von IT-Governance, die vielleicht eigenen Interessen dienlich ist, das eigentliche Gestaltungspotential von IT-Governance für Unternehmen und Konzerne u. E. aber nicht trifft.
IT-Governance ist eben nicht IT-Management, sondern gestaltet die Rahmenbedingungen zur Zusammenarbeit von Business und IT-Managern in zentralen und dezentralen Einheiten.
IT-Governance ist immer unternehmensindividuell und muss in enger Abstimmung zur Unternehmensstrategie und IT-Strategie entwickelt werden. Sie ermöglicht der Unternehmensleitung eine sachlich fundierte, langfristig ausgerichtete Gestaltung der Business-IT-Zusammenarbeit, die prägnant formuliert und von allen Seiten nachvollzogen werden kann.
Eine solche Gestaltungsberatung an der Schnittstelle von Unternehmensleitung und IT erfordert u. E. neben hoher fachlicher Kompetenz unabdingbar langjährige praktische Erfahrungen in entsprechenden Management- und IT-Führungsfunktionen. Sprechen Sie uns an. Auch - und gerade - wenn Sie selbst bisher mit diesem Thema wenig oder gar nicht in Berührung gekommen sind oder sein Potential sich Ihnen noch nicht erschlossen hat.
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